Ausbildungsberuf des Monats Februar 2026
Zimmerer/Zimmerin
Berufstyp anerkannter Ausbildungsberuf
Ausbildungsart duale Ausbildung in Industrie und Handwerk (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Ausbildungsdauer 3 Jahre
Lernorte Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
Was macht man in diesem Beruf?
Zimmerer und Zimmerinnen verrichten einen Großteil ihrer Tätigkeit per Hand: Oft bearbeiten sie mit traditionellem Handwerkzeug wie Schmiegen, Hobel und Hammer das Holz. Sie benutzen aber auch technische Geräte und Maschinen, etwa Elektrosägen oder Fräsmaschinen. Um sich vor Verletzungen zu schützen, tragen sie Schutzkleidung, z.B. Arbeitshandschuhe und Schutzhelm sowie bei Bedarf Gehörschutz, Mundschutz und Schutzbrille. Sie arbeiten auf wechselnden Baustellen, nicht selten in großen Höhen. In Rohbauten sind sie dabei der Witterung, dem Baustaub und Dämpfen und Gerüchen von Imprägniermitteln oder Leimen ausgesetzt. In der Werkstatt, wo sie die Konstruktionen vormontieren, herrscht oft Maschinenlärm.
Eine gute körperliche Konstitution ist z.B. zum Heben und Tragen schwerer Holzbalken und Bauteile wie Treppen oder Fenster notwendig. Das Herstellen von Verschalungen und Verkleidungen oder das Bedienen von Greif- und Flaschenzügen erfordert Geschicklichkeit und ein gutes Auge. Umsicht, Bewegungskoordination und Schwindelfreiheit sind beim Aufrichten von Dachstühlen oder bei der Arbeit auf Leitern und Gerüsten bzw. auf dem Dach gefragt. Die Montage von Holzkonstruktionen erledigen Zimmerer und Zimmerinnen im Team.
Wo arbeitet man?
Beschäftigungsbetriebe:
Zimmerer und Zimmerinnen arbeiten in erster Linie
- auf Baustellen in Gebäuden oder im Freien
- in Werkstätten bzw. Werkhallen
Welcher Schulabschluss wird erwartet?
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Im Jahr 2024 gab es im Ausbildungsbereich Handwerk 4.431 Ausbildungsanfänger bzw. -anfängerinnen. 45 Prozent verfügten über einen mittleren Bildungsabschluss, 32 Prozent besaßen die Hochschulreife. 22 Prozent verfügten über einen Hauptschulabschluss, 1 Prozent konnte keinen Hauptschulabschluss vorweisen. 17 Prozent der Ausbildungsanfänger bzw. -anfängerinnen hatten vor Ausbildungsbeginn ein Berufsgrundbildungsjahr, 8 Prozent eine Berufsfachschule absolviert.
Worauf kommt es an?
Anforderungen:
Handgeschick (z.B. Zusammenfügen einzelner Bauteile mittels unterschiedlicher Füge- und Verbindungstechniken)
Auge-Hand-Koordination (z.B. Bedienen von Baukränen oder Greif- und Flaschenzügen)
Körperbeherrschung (z.B. Arbeiten auf Leitern und Gerüsten)
Handwerkliches Geschick (z.B. Herstellen von Verschalungen, Lattungen und Verkleidungen aus Holz)
Zeichnerische Befähigung (z.B. Zeichnen von funktionalen Wandaufbauten)
Umsicht (z.B. Beachten der Sicherheit von Kollegen und Kolleginnen sowie Passanten beim Aufrichten von Dachstühlen)
Flexibilität (z.B. bei Baustellenwechsel ständiges Anpassen an sich ändernde Arbeitsbedingungen)
Befähigung zur Gruppenarbeit / Teamfähigkeit (z.B. Zusammenarbeiten mit anderen Fachkräften beim Abtransportieren von Holzbauteilen aus dem Lager)
Robuste Gesundheit (z.B. im Freien und in Rohbauten bei Kälte, Hitze, Wind oder Regen arbeiten)
Schwindelfreiheit (z.B. auf Gerüsten, Dächern und Steigleitern in größerer Höhe arbeiten)
Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. mit Winkelmesser, Lot und Wasserwaage alle Winkel und die Dachneigung nachmessen)
Räumliches Sehvermögen (z.B. räumliche Verhältnisse erfassen und danach Pläne und Zeichnungen anfertigen)
Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:
Mathematik:
Für das Berechnen von Werkstückmaßen, Materialkosten und Materialbedarf sollten die Grundrechenarten beherrscht werden.
Physik:
Angehende Zimmerer und Zimmerinnen müssen die physikalischen Eigenschaften von Werkstoffen verstehen und beurteilen können, z.B. hinsichtlich der Statik.
Werken/Technik:
Der Umgang mit Handwerkzeug und Kleinmaschinen gehört zum Ausbildungsalltag von zukünftigen Zimmerern und Zimmerinnen. Wer über Kenntnisse im technischen Werken verfügt, ist im Vorteil. Kenntnisse im Technischen Zeichnen sind hilfreich für das Anfertigen genauer Skizzen und Pläne.
Was verdient man in der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung für eine duale Ausbildung wird vom Ausbildungsbetrieb gezahlt und richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Auszubildenden ist eine angemessene Vergütung zu gewähren. Findet die Ausbildung in schulischer Form statt (z.B. an einer Berufsfachschule oder im 1. Ausbildungsjahr als Berufsgrundbildungsjahr BGJ), wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt.
Ausbildungsgehalt Zimmerer (Brutto pro Monat):
Was verdient man in der Ausbildung?
Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat (je nach Bundesland unterschiedlich):
1. Ausbildungsjahr: € 765 bis € 850
2. Ausbildungsjahr: € 970 bis € 1.200
3. Ausbildungsjahr: € 1.190 bis € 1.475
Weitere Informationen
Beruf aktuell, umfassend, multimedial
Alles über Ausbildung, Berufswahl und Bewerbung – Infos für Jugendliche, Lehrkräfte und BO-Coaches, Eltern und Erziehungsberechtigte
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